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„Wahnwitzige, von Blut und Schmutz besudelte Tage“ - Gorki und die Oktoberrevolution

Freitag, 03. November 2017, 13:11:47 | Armin Knigge

„Wahnwitzige, von Blut und Schmutz besudelte Tage“ - Gorki und die Oktoberrevolution

Der Eintrag schließt sich an den vorhergehenden auf diesem Blog an:
“Das russische Volk hat sich mit der Freiheit vermählt“ – Gorki und die Februarrevolution 1917

Die Abbildung ist einer Bilderstrecke zur Oktoberrevolution in der Suchmaschine yandex.ru entnommen. Dort ist als Quelle die offizielle website eines Verwaltungsbezirks in der Republik Dagestan (RF) angegeben, der Suleiman-Stal’skij-rajon. Das Plakat ist einem Artikel über die dort geplanten Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution beigefügt. Die Veranstaltungen sollen das Ereignis würdigen, mit dem „die Weltgeschichte sich auf den sozialistischen Weg begeben hat“. „Die Befreiung von der Knechtschaft des Kapitals und die Gerechtigkeit wurden Realität“. – Das Plakat wird hier gerade wegen seines „unzeitgemäßen“ Charakters angeführt. Die Administration des Präsidenten hatte die Parteien und Organisationen aufgefordert, den Jahrestag der Oktoberrevolution „als ein ausschließlich historisches, nicht als politisches Datum“ zu betrachten, sozusagen als ein öffentliches historisches Seminar ohne politische Manifestationen. Wie dieses und ähnliche Bilder bei yandex.ru zeigen, ist diese Botschaft nicht überall in der Russischen Föderation angekommen.


Gorkis Rolle als Chronist der Oktoberrevolution in der Zeitung „Novaja zhizn’“ (Neues Leben) beginnt schon eine Woche vor der Machtübernahme der Bolschewiki mit dem Artikel „Man darf nicht schweigen!“ (18. Oktober 1917; Daten nach dem in Russland bis Februar 1918 gültigen alten Kalender, ab diesem Zeitpunkt auch hier die Daten nach neuem Kalender). Mit der Überschrift stellte Gorki offensichtlich einen Zusammenhang mit dem berühmten Protest Lew Tolstojs „Ich kann nicht schweigen“ (1908) her, der sich gegen die zahlreichen Hinrichtungen von aufständischen Bauern und allgemein gegen die Todesstrafe richtete. Der Sinn dieser historischen Analogie war ein Argument, das in der Artikelserie „Unzeitgemäße Gedanken“ nach dem Oktoberumsturz regelmäßig wiederkehrte: Die Bolschewiki übernehmen die Methoden des Staatsterrors der Monarchie nach der Revolution von 1905 und zerstören damit die moralische Autorität der echten sozialistischen Revolutionsbewegung. Schon allein die im Oktober verbreiteten Gerüchte über einen bevorstehenden Aufstand versetzten den Schriftsteller in Alarmstimmung. Er fürchtete eine Wiederholung der „abscheulichen Vorgänge“ Anfang Juli 1917, als ein schlecht vorbereiteter Aufstand zu chaotischen Verhältnissen in Petrograd geführt hatte. „Eine unorganisierte Menge, die kaum weiß, was sie will, wird sich auf die Straße wälzen, und in ihrem Gefolge werden Abenteurer, Diebe und professionelle Mörder ‚die Geschichte der Revolution machen’“. Gorki appellierte an das Zentralkomitee der Bolschewiki, die Gerüchte zu dementieren und sich nicht zum „Werkzeug in den Händen schamloser Abenteurer oder wahnsinniger Fanatiker“ zu machen. Das war, sowohl im Inhalt wie in der Rhetorik, Gorkis Urteil über das historische Ereignis, ehe es überhaupt stattgefunden hatte.

Zur Zeit des Aufstands (25.-26. Oktober) war Gorki nicht in Petrograd, er hielt sich in Moskau auf und erlebte dort ein sechs Tage dauerndes Chaos in der Stadt, nachdem eine Abteilung von Fähnrichen den Kreml besetzt hatte und überall Schießereien zwischen Verteidigern der Republik und Revolutionsgarden ausbrachen. Gorki hat dieses „sinnlose Gemetzel“ in „Novaja zhizn’“ eindrucksvoll beschrieben, auf die Ereignisse in Petrograd reagierte er mit dem Aufruf „An die Demokratie“ (7. November; Zitate aus den „Unzeitgemäßen Gedanken“ folgen der Ausgabe von Bernd Scholz, 1974, s. am Schluss des Eintrags).

„Lenin, Trotzkij und ihre Gefährten sind bereits vom faulen Gift der Macht infiziert, davon zeugt schon ihre schändliche Einstellung zur Redefreiheit, zur Person und zu allen Rechten, für deren Sieg die Demokratie gekämpft hat.
Blinde Fanatiker und gewissenlose Abenteurer rasen Hals über Kopf angeblich der ‚sozialen Revolution’ entgegen. In Wirklichkeit aber ist dies der Weg in die Anarchie, in den Untergang des Proletariats und der Revolution“.
Gorki räumt ein, dass gegenwärtig „noch ein bedeutender Teil der Arbeiter“ Lenin unterstützt, aber die Arbeiterklasse werde begreifen müssen, „dass Lenin auf ihrer Haut und mit ihrem Blut nur ein Experiment macht und versucht, die revolutionäre Stimmung des Proletariats zum Äußersten zu treiben, um zu sehen, was dabei herauskommt“.
„Er arbeitet wie ein Chemiker im Labor“, heißt es in dem Artikel „Den Arbeitern zur Beachtung“, nur mit dem Unterschied, dass Lenin „mit lebendem Material“ operiere.
In einem späteren Artikel (Januar 1918) nennt Gorki das russische Proletariat ein „Reisigbündel“, das Lenin angezündet habe, um auszuprobieren, „ob sich nicht am russischen Feuer eine gesamteuropäische Revolution entzündet“.
Auffallend in den ersten Reaktionen Gorkis auf den Oktoberaufstand ist die Konzentration des Angriffs auf die Person Lenins, des Hauptakteurs und damit Hauptschuldigen an der Katastrophe, die nach Meinung Gorkis die Revolution und mit ihr ganz Russland getroffen hatte. In dem Augenblick, da Lenin zum genialen Führer der ersten sozialistischen Revolution und zur Ikone der künftigen Weltrevolution aufzusteigen begann, verlieh Gorki ihm den Charakter eines gewissenlosen Fanatikers und Verbrechers. Im persönlichen Umgang mit Lenin hatte der Schriftsteller gewisse Eigenschaften des Parteiführers kennengelernt, die in dieses Bild passten. In einem Brief an Lenin im Jahr 1909, als ein heftiger Streit um die Parteischule von Capri entbrannt war, schrieb Gorki an Lenin: „Mir scheint, dass jeder Mensch für Sie nicht mehr ist als eine Flöte, auf der sie die eine oder andere Lieblingsmelodie spielen“. Aber im selben Brief stellte er fest, dass Lenin für ihn „ein organisch sympathischer Mensch“ sei. Von dieser Seite der Beziehung kann jetzt für lange Zeit keine Rede mehr sein.
Lenin zeichne sich durch alle notwendigen Eigenschaften eines „Führers“ aus, erklärt Gorki. Und dazu gehöre auch „das für diese Rolle notwendige Fehlen jeglicher Moral und ein ausgesprochen herrisches, mitleidloses Verhältnis zum Leben der Volksmassen“. Gorki vergleicht Lenin mit dem Anarchisten Sergej Netschajew, den Verfasser des berüchtigten „Katechismus eines Revolutionärs“, der jede Form des Terrors sanktioniert, sowie mit den Innenministern des Zaren Stolypin und Pleve, denen im Kampf mit der Revolution jedes Mittel recht war.

Die Leser der „Unzeitgemäßen Gedanken“ konnten mit Überraschung konstatieren, dass der Schriftsteller sich hier die Ansichten und Bilder seines ideologischen Gegners Fjodor Dostojewskij über die russischen Revolutionäre zu eigen machte. Pjotr Werchowenskij, das Haupt einer Verschwörergruppe und Anstifter eines Fememords in Dostojewskijs „Dämonen“, war nach dem Vorbild Netschajews gestaltet. Gorki zitiert diesen Werchowenskij, wenn er erklärt: „Wladimir Lenin führte in Russland die sozialistische Regierungsform nach der Methode Netschajews ein: ‚Mit Volldampf durch den Sumpf’ ’’. Ebenfalls aus den „Dämonen“ stammt die den Leninisten zugeschriebene Überzeugung, dass man „den russischen Menschen mit dem Recht auf Ehrlosigkeit am leichtesten für sich begeistern kann“. Einen schlimmeren Vergleich als den mit diesem Werchowenskij hätte Gorki aus der Sicht der Bolschewiki nicht wählen können. In späteren Artikeln finden sich – ohne direkte Verweise auf den Klassiker – Äußerungen von Revolutionären, wie man sie auch im Werk Dostojewskijs findet. So zitiert Gorki die „Pravda“ mit dem Satz: „Für jeden Gefallenen von uns fallen hundert Köpfe der Bourgeoisie“, und ein Matrose verkündet, wenn es um das Wohl des russischen Volkes gehe, könne man „ruhig eine Million Menschen umbringen“. Gorki spricht, ganz im Stil Dostojewskijs, von einer „Arithmetik des Wahnsinns“. Das Erlebnis der Revolution hat offenkundig sein Verhältnis zu den Klassikern Tolstoj und Dostojewskij verändert, die er in früheren Auftritten als Prediger der Passivität und „Feinde des Volkes“ verurteilt hatte.

Keine sozialistische Revolution – ein „russischer Aufstand“

In den ersten Reaktionen Gorkis auf den Oktoberumsturz geht es vor allem um den Protest gegen die „wahnwitzige“ Politik der neuen Herren, denen die Interessen des „vernünftigen“ Teils der Arbeiterklasse entgegengesetzt werden. Beide Seiten dieser Kollision, die Leninisten und die Demokraten, stellen jedoch Minderheiten in der Millionenmasse der Bevölkerung Russlands dar. Wir erinnern uns, schon beim Ausbruch der Februarrevolution war Gorkis Freude über die „Vermählung mit der Freiheit“ von einer tiefen Skepsis begleitet, wenn er die Massen auf der Straße beobachtete. Was er dort sah, war ein Ausbruch „dunkler Instinkte“, Anarchie, Habgier und Grausamkeit, die Merkmale der „asiatischen“ Seele des russischen Volkscharakters, den er in der Abhandlung „Zwei Seelen“ (1915) beschrieben hatte.
Wenn Gorki nun in den Wochen nach dem Oktoberumsturz den Blick auf die Straßen der Stadt und in die „Tiefe des Landes“, die Provinz und die Dörfer, richtet, erlebt er ein Chaos von weit größeren Ausmaßen als im Frühjahr 1917. In „Novaja zhizn’“ vom 7. Dezember spricht er wieder einmal von seiner Lieblingsidee, dem Proletariat als Schöpfer einer neuen Kultur, dem „wunderbaren Traum vom Triumph der Gerechtigkeit, der Vernunft, der Schönheit, den Traum vom Sieg des Menschen über das wilde Tier und das Vieh“. Jetzt habe das Proletariat, jedenfalls theoretisch, die Macht in der Hand und damit die „Möglichkeit freier schöpferischer Arbeit“: „Was bringt die Revolution also Neues; wie verändert sie unsere tierische russische Lebensweise; wird sie in der Finsternis des Volkslebens viel Licht verbreiten?“ Die Beschreibungen, die nun folgen, machen deutlich, dass diese Einleitung in einem sarkastischen Ton gelesen werden muss. In Petrograd hat es seit dem Ausbruch der Revolution tausende Fälle von Lynchjustiz gegeben, berichtet Gorki. Er beschreibt, wie Soldaten einen halbtot geprügelten Dieb abführen, um ihn in der Mojka zu ertränken. Danach hüpfen Kinder auf einem Bein und schreien fröhlich: „Sie haben ihn ersäuft, sie haben ihn ersäuft“. Seit vierzehn Tagen plündern Menschen Nacht für Nacht die Weinkeller, besaufen sich, schlagen sich mit Flaschen die Schädel ein und „wälzen sich wie Schweine in Schmutz und Blut“. Von Sicherheitskräften wurden „Menschen wie tollwütige Wölfe abgeknallt“. In der „Pravda“ heißt es dazu, die „Weinprogrome“ seien „von den Bourgeois provoziert worden“. Der Artikel schließt mit den Worten: „Nein, in diesem Ausbruch tierischer Instinkte sehe ich nicht die klar zum Ausdruck gebrachten Elemente einer sozialen Revolution. Das ist ein russischer Aufstand ohne Sozialisten im eigentlichen Sinn und ohne sozialistische Geistehaltung.“ (Der Ausdruck „russkij bunt“ ist eine von Puschkin geprägte Bezeichnung für einen „sinnlosen und grausamen“ Aufstand.)

In solchen Darstellungen, die in den „Unzeitgemäßen Gedanken“ großen Raum einnehmen, wird ein extrem negatives Bild nicht nur von der verwilderten Masse auf den Straßen, sondern von der russischen Nation insgesamt vermittelt, wobei Gorkis Rhetorik, in der regelmäßig „das russische Volk“ und „wir Russsen“ begegnen, diese Sichtweise unterstützt. Auch die tiefsitzende Abneigung des Schriftstellers gegen das russische Bauerntum, dem er Habgier, Grausamkeit und eine feindselige Einstellung zur Kultur der Stadt unterstellt, trug ihm immer wieder den Vorwurf ein, er hasse das eigene Volk. Mit Bezug auf seinen Ruf als „Mann des Volkes“ antwortete Gorki darauf, er habe ein Recht darauf, „die unangenehme und bittere Wahrheit über das Volk zu sagen“, zumal da das „Volk von heute“ „ein nicht weniger tierischer und grausamer Peiniger geworden ist als seine ehemaligen Peiniger“. Schuld daran sei nicht zuletzt die „bolschewistische Demagogie“, die an die niedrigen Instinkte der Menschen appelliere. In der Frage der Verantwortlichkeit für das entstandene Chaos erschien in Gorkis Argumentation neben der falschen Politik der Bolschewiki zunehmend auch das „gänzlich unerzogene Volk“, das dringend einer „sozialpädagischen“ Behandlung bedürfe. „Wir Russen“, erklärte Gorki in „Novaja zhizn’“ (18. Mai 1918), „sind unserem Wesen nach Anarchisten; wir sind eine grausame Bestie und in unseren Adern rollt noch immer das verbrecherische, böse Sklavenblut – das giftige Erbe der Tataren und der Leibeigenschaft“.


Antworten der Parteipresse

Die neue Regierung konnte einen so sprachgewaltigen Opponenten, noch dazu einen aus den eigenen Reihen, nicht einfach ignorieren. Schon auf den ersten direkt gegen die Bolschewiki gerichteten Artikel „Man darf nicht schweigen!“, wo Gorki dringend vor dem Aufstand warnte, folgte eine geharnischte Erwiderung in der Zeitung „Rabochij put’“ (20. Oktober). Den „erschrockenen Neurasthenikern“ von „Novaja zhizn’“ und insbesondere Gorki wurde in rüdem Ton der Rauswurf aus der revolutionären Bewegung und aus der Geschichte überhaupt klargemacht: „Die russische Revolution hat nicht wenige Autoritäten gestürzt. Ihre Stärke kommt unter anderem darin zum Ausdruck, dass sie sich nie vor ‚großen Namen’ gebeugt hat, sie stellte diese in ihren Dienst oder stieß sie ins Nichts hinab, wenn sie nicht bei ihr lernen wollten. /…/ Wir fürchten, es zieht Gorki zu diesen berühmten Vorgängern, ins Archiv“. Der Verfasser des ungezeichneten Artikels war, wie später bekannt wurde, Josef Stalin, Mitglied des ZK der Bolschewiki und bald darauf Volkskommissar für Nationalitätenfragen in der neuen Regierung. Die Worte lesen sich heute wie eine drohende Prophezeiung. Es ist Stalin zwar nicht gelungen, Gorki „ins Nichts zu stürzen“, wohl aber, den Schriftsteller – ein Jahrzehnt später - „in seinen Dienst zu stellen“.
Auch die „Pravda“ begann, regelmäßig auf Gorki zu antworten. Dort bemühte man sich vor allem, die eigene Politik in rosigem Licht erscheinen zu lassen. In „Novaja zhizn’“ vom 2. Dezember 1917 ging der Schriftsteller ausführlich auf eine dieser Antworten ein. Der Verfasser wandte sich mit der folgenden „lyrischen Frage“ (Gorki) an den Schriftsteller: „Wenn die früheren unfreiwilligen Feinde sich am strahlenden Fest der Völker in gemeinsamem, brüderlichen Streben einen, wird dann Gorkij, der die Reihen der echten, revolutionären Demokratie so voreilig verlassen hat, bei diesem Festmahl der Völker ein willkommener Gast sein?“ Ein solches Fest werde, wenn überhaupt, erst nach Jahrzehnten geduldiger Kulturarbeit möglich sein, erwiderte Gorki. „Und bei dem Fest, an dem der Despotismus der halbanalphabetischen Massen einen leichten Sieg feiert und die menschliche Persönlichkeit wie bisher und wie immer unterdrückt bleibt – bei einem solchen Fest habe ich nichts zu suchen: für mich ist das kein Fest“. Danach folgt ein klares Bekenntnis Gorkis zur Freiheit des Wortes: „Wer auch immer die Macht in der Hand hat, ich lasse mir jedenfalls das Recht nicht nehmen, an ihr Kritik zu üben“.

Obwohl der Schriftsteller immer wieder seine Gelassenheit in Bezug auf solche Angriffe betonte, zeigten seine oft erregten Reaktionen doch persönliche Betroffenheit. Das ist besonders dann zu bemerken, wenn nicht Parteifunktionäre, sondern wirkliche Arbeiter bittere Vorwürfe gegen ihn erhoben. In einem Brief der Arbeiter aus der Kanonenabteilung der Putilow-Werke an „Novaja zhizn’“ wurde den Redakteuren vorgehalten, sie hätten nicht das Recht, den Friedensschluss von Brest-Litowsk zu kritisieren und wenn weiter solche „konterrevolutionären Artikel“ geschrieben würden, werde man die Zeitung „in Stücke reißen“. „Ein fürchterlicher, ein wütender Brief“, erklärte Gorki dazu und sein Urteil über die Briefschreiber – „Kinder“, die man belehren muss – macht eher einen hilflosen Eindruck. Die große Zahl der Arbeiter, die der neuen Regierung ihr Vertrauen schenkten, überraschte ihn offenbar, auch wenn das, wie er betonte, „die Früchte der Demagogie“ waren.
Auch von der Gegenseite, bei den eher nationalistisch gesinnten Intellektuellen, musste sich Gorki Vorwürfe anhören. Einer von ihnen schrieb ihm: „Ihr Streit mit dem Bolschewismus ist ein großer Irrtum, Sie kämpfen gegen den Geist der Nation, der zur Erneuerung drängt. Im Bolschewismus drückt sich die Besonderheit, die Eigenart des russischen Geistes aus“. Gemeint war hier die Idee des Messiasvolkes, die „unsere großen Lehrer, Dostojewskij und Tolstoj“, verkündet hätten, eine Idee, die Gorki immer heftig bekämpft hatte.


Neue Töne: Verteidigung der Bolschewiki

Es ist nicht einfach zu erklären, wie es unter den gegebenen Umständen geschehen konnte, dass Gorki schon wenige Monate nach dem Oktoberumsturz wenn nicht zu einer direkten Zusammenarbeit mit der neuen Regierung, so doch zu einer deutlichen Annäherung an die Positionen der Bolschewiki bereit war. Am 24. März 1918 schrieb er an seine Frau, E.P. Peschkowa: „Ich beabsichtige mit den Bolschewiki zusammenzuarbeiten – auf autonomer Basis. Ich bin der kraftlosen akademischen Opposition in ,Novaja zhizn’ überdrüssig. Wenn man schon untergehen muss, dann dort, wo es am heißesten ist, in der ‚Tiefe’ der Revolution“. Anzeichen für eine solche Neuorientierung gab es in ‚Novaja zhizn’“ schon vorher, insbesondere in dem Artikel zum Weihnachtsfest (24.12.1917), wo Gorki „die größten Symbole der Menschheit“, Christus und Prometheus, Barmherzigkeit und Rebellion gegen das Schicksal, als eine gemeinsame Kraft dem „Sturm dunkler Leidenschaften“ entgegenstellte. In den Neujahrswünschen für 1918 sprach er von der Hoffnung, dass „diese wahnwitzigen, mit Blut und Schmutz besudelten Tage die großen Tage der Geburt eines neuen Russlands sind“. Gorki suchte jetzt zunehmend nach „guten“, „tröstlichen Erscheinungen“. Selbst das russische Volk – das „sündigste der Erde“ – war nun „letztlich doch ein begabtes Volk“, das sich in einem „Reinigungs- und Gesundungsprozess“ befand (1. Mai 1918). Im selben Monat verkündete er die unglaubliche Botschaft: „Jetzt nimmt das ganze russische Volk an der Schaffung seiner Geschichte teil“. Ohne dass sich die Thematik vollständig verändert, tauchen ab und zu solche Lichtpunkte in der düsteren Welt der Revolution auf, die im Stil gleichsam einem anderen Autor gehören, dem „optimistischen Gorki“, wie er uns in der Zeit um 1905 und dann wieder in der sowjetischen Periode begegnet. In dem Artikel vom 26. Mai 1918, der an Frauen und Mütter gerichtet ist, erinnert nicht nur der sentimentale Ton an den Roman „Die Mutter“. Was dort vor sich geht, ist gleichsam eine Heiligsprechung der Revolutionäre. Die wegen der Verhältnisse eher skeptischen oder sogar hasserfüllten Frauen sollen erkennen, dass die Revolution nicht nur aus Grausamkeiten besteht, sondern auch aus „Triumphen des Mutes, der Ehre, der Selbstlosigkeit und des Opfermutes“. Auch die jetzigen Revolutionäre, jedenfalls die besten unter ihnen, sind „prächtige Menschen, auf die die russische Geschichte einmal stolz sein wird“. „Verteidige ich die Bolschewiken?“, fragt Gorki, gleichsam erschrocken über diese Kühnheit. „Nein, ich bekämpfe sie, so gut ich kann. Aber ich verteidige Menschen, die, wie ich weiß, ehrlich von ihrer Sache überzeugt, persönlich anständig sind und das Wohl des Volkes aufrichtig wünschen“. Im gleichen Kontext ist auch von dem „grausamen Experiment am lebendigen Körper Russlands“ die Rede, das die moralische Autorität der Revolutionäre offenbar nicht mehr beeinträchtigt. Diese neue Sicht beruht auf der Überzeugung Gorkis, dass „letzten Endes doch nur das Vernünftigste und Gesündeste siegen“ wird (11. Juni 1918). Und das „Vernünftigste“ traute er jetzt gerade denen zu, die er vor kurzem noch als „gewissenlose Fanatiker und Abenteurer“ angeprangert hatte. In der 1922 erschienen Abhandlung „Vom russischen Bauern“ findet sich eine verbüffende Begründung für diese neue Sicht auf Lenin und seine Genossen: „Die grausamen Formen, welche die russische Revolution angenommen hat, erkläre ich aus der beispiellosen Grausamkeit des russischen Volkes“. Für diese These, die Gorki an drastischen Beispielen aus dem Bürgerkrieg zu belegen versucht, ist Gorki mit Recht heftig kritisiert worden. Besonders deshalb, weil sie hier offensichtlich der Rechtfertigung der Bolschewiki dient. Ihre erwiesene Grausamkeit wird hier gleichsam herausoperiert und einem abstrakten Volkscharakter implantiert. Die Revolution konnte nicht anders als grausam sein, weil sie in einem „Milieu von Halbwilden“ vor sich ging. Die Akteure selbst sah Gorki nun nicht mehr in der Rolle der Schuldigen am „Roten Terror“, sondern als edelmütige Menschen, die „diese furchtbare Last auf sich genommen haben, die Herkulesarbeit, den Augiasstall des russischen Lebens zu reinigen“, und in denen er deshalb eher „Opfer“ als „Unterdrücker“ sehen könne.
Dieses Argumentationsmodell gehört zweifellos in das Sündenregister Gorkis. Man muss ihm allerdings zugute halten, dass er im folgenden Jahrzehnt immer wieder aus gegebenem Anlass zu den Verdammungsurteilen der „Unzeitgemäßen Gedanken“ über die sowjetischen Führer zurückgekehrt ist.


Anwalt der Opfer des Regimes

Am 16. Juli 1918 wurde die Zeitung „Novaja zhizn’“ verboten und eingestellt. Zuvor hatte Gorki durch seinen Sohn einen Brief an Lenin übergeben, in dem er mit Berufung auf die Finanzplanung der Redaktion um eine rasche Entscheidung in dieser Angelegenheit nachgesucht hatte. Nach den Erinnerungen eines Genossen, der an der Beratung über diese Angelegenheit teilgenommen hat, soll Lenin dazu gesagt haben: „Natürlich, ‚Novaja zhizn’ muss geschlossen werden. /…/ Aber Gorki ist unser Mann./…/ Er wird unbedingt zu uns zurückkehren“. Offenbar änderten die neuen Töne bei Gorki nichts daran, dass seine „Unzeitgemäßen Gedanken“ für die Propaganda der neuen Regierung ungeeignet waren. Gorki selbst nahm diese grobe Behandlung von seiten Lenins ohne Widerspruch hin und wechselte bald darauf in die Rolle des persönlichen Beraters des Parteiführers, wenn auch nur zu dem Zweck, um politisch Verfolgten zu helfen. Einer davon war ein Mitglied der Zarenfamilie, Großfürst Gawriil Konstantinowitsch Romanow, der in der Peter-und-Paul-Festung inhaftiert war und an Tuberkulose litt. Der Brief an Lenin (November 1918), mit dem Gorki um seine Freilassung bat, ist ein musterhafter Text für die doppelbödige Taktik, der sich der Schriftsteller im Umgang mit der Macht bediente:

„Lieber Wladimir Iljitsch! Tun sie dieses kleine, aber kluge Werk, veranlassen Sie, dass der ehemalige Großfürst G.K. Romanov aus der Haft entlassen wird! Er ist, erstens, ein sehr guter Mensch und, zweitens, lebensgefährlich krank. – Wozu Märtyrer produzieren? Das ist überhaupt eine äußerst schädliche Beschäftigung, besonders aber für Menschen, die einen freien Staat aufzubauen wünschen. – Zudem: ein wenig Romantik schadet nicht in der Politik.“
Hat Gorki mit solchen Interventionen seine Überzeugungen verraten, hat er sich auf eine augenzwinkernde Kumpanei mit dem Diktator eingelassen? Man könnte es so sehen, aber ebensogut könnte man sagen, er habe seine Überzeugungen verteidigt. Er brachte Lenin in vertraulichem Ton sein andersartiges Verständnis von „Kultur“ in Erinnerung, das er in „Novaja zhizn’“ vertreten hatte. Von einer Zurücknahme seiner vernichtenden Urteile über die Bolschewiki und ihren Führer ist nicht die Rede.
Die Bitte um eine Ausreisegenehmigung für den Großfürsten Gawriil Konstantinowitsch war erfolgreich. Auch für vier weitere Großfürsten Romanow Mitglieder der kaiserlichen Familie (die engere Zarenfamilie war bereits im Juli 1918 in Jekaterinburg ermordet worden), die in der Peter-und-Paul-Festung saßen, drei davon zum Tode verurteilt, versuchte Gorki bei Lenin die Aussetzung der Vollstreckung zu erreichen. Als er schon die Unterschrift Lenins hatte, verfügten die örtlichen Führer in Petersburg im Januar 1919 die Hinrichtung aller vier Gefangenen, möglicherweise um der Freilassung zuvorzukommn. Solche Erfahrungen, die er auch mit der Erschießung des Dichters Nikolai Gumiljow und dem Hungertod des Dichters Alexander Blok machen musste, erschütterten ihn zutiefst.
Ihnen steht aber eine große Zahl erfolgreicher Rettungsaktionen gegenüber. Seine Wohnung in Petersburg war eine Anlaufstelle für Verfolgte verschiedenster Herkunft und gegensätzlicher politischer Überzeuhungen. Der Schriftsteller Kornej Tschukowskij, ein Mitarbeiter und Vertrauter Gorkis, hat dazu in seinen Erinnerungen erklärt: „Das wir diese brotlosen, seuchenerfüllten Jahre ünberleben konnten, verdanken wir in weitestem Ausmaß unserer ‚Verwandtschaft’ mit Gorki, für den wir alle zu seiner ‚Familie’ wurden“. Manche Bittsteller stattete Gorki mit Empfehlungsschreiben aus, die den Betreffenden tatsächlich als einen Verwandten des Schriftstellers vorstellten.


Kein Widerruf der „Unzeitgemäßen Gedanken“

Bis zu seiner Rückkehr nach Sowjetrussland 1928 gab es von seiten Gorkis keine Widerrufe oder Reueerklärungen, und auch die Erklärung der eigenen „Fehler“ in der zweiten Fassung seines Lenin-Porträts (1931) enthielt nur die halbe Wahrheit. Er habe gefürchtet, dass die Masse der kulturfeindlichen Bauern die Stadtkultur, die Intelligenzija und damit die Revolution mit ihrer Überzahl erdrücken werde. Das erbarmungslose Experiment Lenins und der Bolschewiki am lebenden Körper Russland bleibt unerwähnt. In „Novaja zhizn’“ (30.Mai 1918) hatte Gorki auf die Frage der „Pravda“, ob er seine Gedanken nicht doch als „unzeitgemäß“ im Sinne von „falsch“ erkennen könne, mit einer klaren Absage beantwortet: „Nein, ich bin nicht dieser Meinung. Alles, was ich über die wilde Rohheit, die Grausamkeit, den Sadismus und die Unkultiviertheit der Bolschewiken, über ihre Unkenntnis der Psyche des russischen Volkes gesagt habe, /…/ all das und vieles andere, was ich über den ‚Bolschewismus’ gesagt habe – erhalte ich mit Nachdruck aufrecht“.

Dasselbe hätte Gorki auch über die positiven Werte in seiner Auffassung der Revolution, also die Errungenschaften des Februar sagen können. In „Novaja zhizn’“ gab es bis zur Einstellung des Blattes weiter eine vehemente Verteidigung der Menschenrechte, insbesondere der Freiheit des Wortes, auch für die Konservativen. Verteidigt wurde auch das Recht auf Demonstrationen für die „Konstituierende Versammlung“, diese „heilige Idee“ der Demokratiebewegung, die die Bolschewiki abgeschafft hatten. Und immer wieder gab es Proteste gegen Gewaltmaßnahmen aller Art, willkürliche Verhaftungen und Lügen der Propaganda. Gorkis Begrüßung der Februarrevolution – „Das russische Volk hat sich mit der Freiheit vermählt“ – blieb in Kraft. Nur verband sich diese Formel jetzt mit der Hoffnung, dass das Sowjetregime diese Freiheit, wenn nicht jetzt, so doch in der Zukunft zur Grundlage ihres Regierungshandeln machen werde. Den Gedanken, dass dieses System unvereinbar mit dem Begriff der Freiheit war, ließ Gorki nicht zu und gebrauchte ihn in der Öffentlichkeit auch dann noch, als die Freiheit unter Stalin zu einer leeren Worthülse geworden war. In seinem eigenen Denken als Mensch und Künstler war Freiheit dagegen eine nie in Frage gestellte Überzeugung, ein Lebensgefühl.


„Eine moralische und staatsbürgerliche Großtat“

Sieben Jahrzehnte lang, praktisch die ganze sowjetische Periode, war es in Russland völlig undenkbar, ein Werk zu veröffentlichen, in dem die Februarrevolution als „Vermählung Russlands mit der Freiheit“, die Oktoberrevolution als ein „Ausbruch animalischer Instinkte“ bezeichnet und ihrem Führer und Staatsgründer Lenin das „Fehlen jeglicher Moral“ sowie ein „herrisches, mitleidloses Verhältnis“ zu seinem Volk bescheinigt wurde. Das änderte sich erst in der Endphase der Sowjetunion mit Perestrojka und Glasnost. Plötzlich waren solche Thesen überall offen zu lesen und zu hören, und die „Unzeitgemäßen Gedanken“ Gorkis wurden nun mit demselben lebhaften Interesse aufgenommen wie andere verbotene Bücher, z.B. Pasternaks Roman „Doktor Zhivago“ und Solschenizyns „Archipel GULag“.

Die Bedeutung der fast völlig unbekannten Artikel Gorkis aus den Jahren 1917/18 für die Gegenwart zu würdigen übernahm die Literaturwissenschaftlerin Ljudmila Saraskina, bekannt vor allem als Dostojewskij- Forscherin. In ihrem Aufsatz „Ein Land zum Experimentieren“, 1990 in der Zeitschrift „Oktjabr’“ erschienen, nannte sie die „Unzeitgemäßen Gedanken“ „ein literarisches und menschliches Dokument von historischer Tragweite“, „zweifellos eine moralische und staatsbürgerliche Großtat“ des Schriftstellers. Um diese Zeit war das ein ganz ungewöhnliches Urteil über Gorki, der gerade die Periode seiner „Entthronung“ als Sowjetklassiker erlebte und vorzugsweise in verächtlichem Tonfall behandelt wurde. Saraskina charakterisiert die Bilder der Gewalt und des Wahnsinns auf den Straßen als einen „verzweifelten Aufschrei“, wobei sich der Schmerz nicht nur auf die Vernichtung der Kultur im allgemeinen, sondern auch auf die Revolution selbst bezog, deren freiheitlicher und demokratischer Charakter in den Monaten nach dem Februar in einem barbarischen „russischen Aufstand“ zunichte gemacht wurde. Als Dostojewskij-Forscherin interessierte sich Saraskina vor allem für die eigentümliche Veränderung, die in Gorkis Beziehung zu den Klassikern Dostojewskij und Tolstoj vor sich ging. Er hatte sie zuvor als Feinde der Revolution und Prediger des Passivität verurteilt. Die Aufführung einer Dramatisierung des Romans „Die Dämonen“ am Moskauer Künstlertheater, nach seiner Ansicht nichts eine boshafte Karikatur der revolutionären Bewegung, hatte er vier Jahre zuvor (1913) aus „sozialpädagogischen“ Gründen heftig kritisiert. Nun, im Angesicht der realen Ereignisse, fand er in vielen Bildern und Ideen des Romans erschreckend genaue Vorhersagen des gegenwärtig Erlebten, etwa die von jeder Moral gereinigte Gestalt des „Revolutionärs“ Sergej Netschajew, die Charakteristik des ehemaligen Sklaven mit seinen Neid- und Rachegefühlen und die „Arithmetik des Wahnsinn“ („für jeden Gefallenen von uns 100 Köpfe der Bourgeoisie“). In der Gestalt des Chronisten im Roman „Die Dämonen“ erkannte Gorki sich selbst wieder, die bedrückende Pflicht, Tag für Tag von Chaos und Gewalt zu berichten. Saraskina lässt auch die weitere Entwicklung des Schriftstellers nicht außer Acht, die in einem so krassen Missverhältnis zu den „Unzeitgemäßen Gedanken“ stand. Gorki unter Lenin und dann unter Stalin, das sei kein Stoff für hämische Betrachtungen über den gefallenen „Sturmvogel“ der Revolution, betont die Verfasserin, sondern „ein gewaltiges, schweres, tragisches Thema“.

Eine solche ernsthafte Herangehensweise würde man sich auch heute in Bezug auf das Thema der Oktoberevolution und ihre aktuelle Bedeutung wünschen. Stattdessen beschränken sich Regierung und Kirche in Russland auf Ermahnungen zu Ruhe und Ordnung und die Warnung vor Revolutionen aller Art, besonders den orangenen. Das historische Geschehen selbst, die Täter und die Opfer, auch die Menschen in beiden Rollen, zu denen auch Gorki zählt, finden dabei kaum Beachtung. Nur die Mitglieder der Zarenfamilie, ihre persönlichen Erinnerungen und ihr trauriges Schicksal wecken breite Aufmerksamkeit in patriotischen Presseorganen. Die Russen scheinen heute eher der Monarchie als der Freiheit des Februar zugeneigt.

Literatur

Maxim Gorkij, Unzeitgemäße Gedanken über Kultur und Revolution, herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort von Bernd Scholz, suhrkamp tb 210, 1974

Nesvoevremennye mysli. Zametki o revoljucii i kul’ture.Vstupitel’naja stat’ja, publikacija, podgotovka teksta i kommentarii I. Vajnberga, Moskva, Sovetskij pisatel’,1990

M. Gor’kij, Polnoe sobranie socinenij. Pis’ma v dvadcati cetyrech tomach. T. 12. Pis’ma janvar’ 1916 – maj 1919, Izd. Nauka, Moskva 2006
(Gorkis Briefe Januar 1916 – Mai 1919. Etwa ein Drittel der Briefe erstmals oder erstmals vollständig.)

Bertram D. Wolfe, Brücke und Abgrund. Maxim Gorki und Lenin, Europa Verlag Wien, Frankfurt, Zürich o.J. („The Bridge and the Abyss“, 1970, übersetzt von Karl Kautsky jun.)

Ljudmila Saraskina, Ein Land zum Experimentieren, in: Das Ende der Abstraktionen, Hgg. Dagmar Kassek und Peter Rollberg, Reclam-Verlag Leipzig 1991
(„Strana dlja eksperimentov“, „Oktjabr’“ 1990/3, übersetzt von Hannelore Umbreit)


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“Blinde Fanatiker und Abenteurer“ – Zum 90. Jahrestag der Oktoberrevolution

”Man muss das alles ausmerzen” – Zum 90. Jahrestag der Revolution

Christus und Prometheus – Gorki über das Weihnachtsfest

Maxim Gorki – der „ewige Revolutionär“

“Ich liebte ihn im Zorn“ – Gorki über Lenin

“Zwei Seelen“ – Ein Manifest des „Westlertums“

Der 100. Jahrestag der Oktoberrevolution – ein verschwundener Feiertag

Die Revolution als Projekt eines Wahnsinnigen – Gorkis Erzählung „Ein Irrtum“ (1895)

“Konovalov“ – Gorkis Traum von der Revolution

”Wahrheit und Lüge des Kommunismus“ – Unzeitgemäße Gedanken von Nikolaj Berdjajew

Widersprüche bei Gorki (Zitate aus der Literatur)

Kategorie: Russland und die Russen

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